Phasen zum Alkohol 2

  • Prodrom- oder Anfangsphase

1.     gelegentliche Gedächtnislücken ("Filmriß")
 
Plötzliches Auftreten von Erinnerungslücken - medizinisch Amnesien genannt. Sie können ohne Anzeichen von Trunkenheit auftreten. Der Trinker kann eine vernünftige Unterhaltung führen oder schwierige Arbeit leisten, ohne am nächsten Tag eine Erinnerung daran zu haben, wenn auch einzelne Erinnerungsfetzen bestehen. Der Alkohol hört praktisch auf, ein Getränk zu sein, sondern er wird als "Medizin" benötigt, die der Trinker braucht.


 2.     heimliches Trinken
 
Aus dem Unterbewußtsein entwickelt sich bei dem Trinker die vage Vorstellung, daß er anders als andere Leute trinkt. Um nun nicht aufzufallen oder falsch beurteit zu werden, sucht er bei Geselligkeiten Gelegenheiten zum Trinken von ein paar Gläsern ohne das Wissen der anderen; er trinkt heimlich.
 

3.     dauerndes Denken an Alkohol
 
Ohne sich dessen bewußt zu werden, denkt der Trinker oft und über das normale Maß hinaus an Alkohol, ein Beweis für seinen erhöhten Bedarf.
 

4.     gieriges Trinken
 
Wegen seiner vermehrten Alkoholabhängikeit tritt jetzt das "gierige" Trinken auf, nämlich das hastige Runterkippen der ersten Gläser.
 

5.     Schuldgefühle wegen der Trinkart
 
Da der Trinker sich allmählich bewußt wird, daß sein Trinken ungewöhnlich ist, entwickeln sich bei ihm "Schuldgefühle" wegen seiner Trinkart.
 

6.     Gespräche über Alkohol werden vermieden
 
Aus dem vorgenannten Schuldgefühl heraus beginnt der Trinker, bei Unterhaltungen "Anspielungen auf Alkohol" zu vermeiden.
 

7.     Gedächtnislücken werden häufiger
 
Die Häufigkeit von Gedächtnislücken, in Verbindung mit dem Verhalten 2.-6., wirft den Schatten der Alkoholsucht voraus und sollte dem Trinker als dringende Warnung dienen.
 

Die prodromale Phase endet und die kritische Phase beginnt mit dem Einsetzen des Kontrollverlustes, der das kritische Symptom der Alkoholsucht ist